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Aussöhnung zwischen Patriarchaten von Antiochien und Jerusalem geht weiter

Gemeinsamer Gottesdienst des antiochenischen Patriarchen Johannes X. Yazigi mit Bischöfen des Jerusalemer Patriarchats in Katar

POI 250402

Foto: Jerusalemer Patriarchat

Doha, 02.04.25 (poi) Die Aussöhnung zwischen den Patriarchaten von Antiochien und Jerusalem geht weiter. Wie das Portal "orthochristian" berichtet, konzelebrierte vor wenigen Tagen der antiochenische Patriarch Johannes X. Yazigi erstmals wieder gemeinsam mit Bischöfen des Jerusalemer Patriarchats. Die Liturgie fand demnach in Doha (Katar) in der örtlichen Kathedrale des Jerusalemer Patriarchats statt. Der Gottesdienst in Katar war deshalb besonders bemerkenswert, weil vor rund 10 Jahren der Streit zwischen beiden Patriarchaten über die Jurisdiktion in Katar entbrannte.

Der Konflikt begann 2013, als das Patriarchat von Jerusalem für orthodoxe palästinensische Gläubige in dem Emirat eine Diözese einrichtete. Das Patriarchat von Antiochien sah durch den Schritt die territorialen Grenzen seines kanonischen Territoriums, das sich traditionsgemäß über den "ganzen Orient" erstreckt, verletzt. Das Jerusalemer Patriarchat äußerte damals zwar Bedauern über den Bruch, hielt aber an seiner Diözese Katar fest. Die Synode des Patriarchats von Antiochien brach die Gemeinschaft mit dem Jerusalemer Patriarchat schließlich 2014 ab, nachdem der Jerusalemer Archimandrit Makarios (Mavrogianakkis) zum Metropoliten von Katar geweiht worden war.

Ende Oktober 2023 kündigte der Heilige Synod der Kirche von Antiochien nach einem Treffen im libanesischen Kloster Balamand mit, die abgebrochenen kirchlichen Beziehungen wieder aufnehmen zu wollen. Der Schritt erfolgte schließlich offiziell im November 2023, im Schatten des Nahost-Krieges nach dem Großangriff der Hamas auf Israel. Gleichwohl betonte Antiochien, die Katar-Frage sei ungeachtet der Wiederaufnahme der Beziehungen weiterhin ungelöst.